Lesung mit Paul-Josef Raue

Am 18.02.2018 fand in Kooperation mit der Kulturabteilung des Landkreises Helmstedt im Bibliothekssaal des Juleums eine Lesung mit Paul-Josef Raue statt. Passend zur Ausstellung des Landkreises "500 Jahre Reformation - Unterwegssein auf neuen Wegen" las Herr Raue aus seinem Buch "Luthers-Stil-Lehre - 50 Kolumnen für Journalisten, Pressesprecher und alle, die attraktiv schreiben wollen".

Raue betrachtet Luther nicht als Reformator, sondern als Sprach-Stilisten. Luther hat die deutsche Sprache nachhaltig geprägt, neue Wörter gefunden, Sprachwendungen erdacht und Bilder in Worte übertragen. Weiterhin hat er klare Stil-Regeln aufgestellt, die einfach und verständlich für jedermann sind.

Europa-Grenz-Dialog

Das hochkarätig besetzte Podium mit dem Politikwissenschaftler Dr. Brückner sowie den Diplomaten Radiopoulos (Griechenland), Taborri (Italien) und der Sozialdezernentin Braunschweigs Dr. Hanke vermittelte dem Publikum einen Eindruck über die Probleme der Solidarität in Europa und den damit einhergehenden Fragen zu Migrationsproblemen.

Allein die Definition und Betrachtung der Solidarität mit ihren unterschiedlichen Werten und Erwartungen innerhalb der EU ist ein komplexes Feld. Alle Mitstreiter waren sich einig, dass nur ein starkes Europa gewappnet ist, auch in Zukunft Probleme zu bewältigen. Die Migrationspolitik spielt dabei eine große Rolle, da hiervon in der Zukunft zahlreiche Probleme, aber auch Chancen ausgehen werden.

"Wenn Mutti früh zur Arbeit geht"

Am 4. Juni fand im fast voll besetzten Ratssaal der Stadt Helmstedt eine Veranstaltung in Kooperation mit der Friedrich-Naumann-Stiftung statt. Die Autorin und DDR-Bürgerrechtlerin Freya Klier zeigte ihren Dokumentarfilm "Wenn Mutti früh zur Arbeit geht", der die Rolle der Frauen in der DDR aus dem Blickwinkel unterschiedlicher Zeitzeugen beäugte und wissenschaftlich fundierte Aspekte aufzeigte.

In der sich anschließenden Diskussion wurde über die Rolle der Frauen in der DDR debattiert und zahlreiche Fragen an Frau Klier herangetragen. Klar wurde, dass die Geburten in der DDR stark zurückgingen, da die Frauen sich in der Doppelbelastung nicht zurecht gefunden haben. Sie sollten sowohl als Gebärmaschinen eingesetzt werden, aber auch die Vollbeschäftigung sichern. Die staatlich kontrollierten Kinder- und Horteinrichtungen wurden ebenfalls besprochen, da sie eigentlich der Entlastung der Frauen dienen sollten. Im Westen mussten Frauen noch bis zum Jahr 1977 eine Erlaubnis ihres Ehemannes vorlegen, wenn sie arbeiten wollten. Die Rolle der Hausfrau und Mutter war ein übliches Rollenmuster, dass sich erst seit den 80ger Jahren löste. 

Fahrt nach Leipzig "Leipzig im Herbst 1998"

Am 17. Juni fand mit 40 Teilnehmern eine Fahrt nach Leipzig statt. Während einer interessanten Stadtführung zum Thema Leipzig im Herbst 1989 erfuhren die Gäste viele Details über die Montagsdemonstrationen, die Rolle der Nikolaikirche und die brisante Situation in der sich die Leipziger Bürger damals befunden haben. Auch zur Situation in der Stadt am 17.06.1953 wurde berichtet. Dieses Datum lag auf den Tag genau 65 Jahre zurück.

Am Nachmittag wurde zur Ergänzung der Thematik noch das Museum "Runde Ecke" besichtigt, in dem zu DDR-Zeiten die Staatssicherheit als Kontrollorgan fungierte. Dort wurde den Teilnehmern klar mit welchen menschenverachtenden Maßnahmen die Bevölkerung überwacht wurde und mit welchen Mitteln dabei vorgegangen worden ist.