Die schon traditionelle Rundfahrt Grenzenlos mit dem Fahrrad fand in diesem Jahr am 30. August statt. Die Nachfrage war groß wie nie zuvor, weshalb sich an diesem sonnigen Samstagmorgen auch eine außergewöhnlich große Gruppe auf dem Parkplatz Maschweg sammelte.
In Richtung Gedenkstätte Deutsche Teilung erwartete die Radfahrer auch gleich eine schwierige Stelle. Durch starken Regen in den Tagen vor der Tour waren die Wege stellenweise aufgeweicht und die Spuren zerfahren. Doch mit etwas Rücksicht und Nachsicht kamen alle sicher und gut gelaunt in Marienborn an. Gästeführer Harald Spitzer entführte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einer spannenden Tour über das Gelände der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn - mit Besteigung des Turms.
Danach ging es weiter durch den Lappwald, wo kurz vor Beendorf eine tückische Passage einen Stopp verursachte. Wohlbehalten und geschlossen traf die Gruppe schließlich am Betriebsgebäude von Schacht Marie ein, wo unser Guide Michael Mechow schon wartete.
Von hier an lief alles wie am Schnürchen. Umsichtig absolvierten alle Radler eine längere Strecke auf dem Kolonnenweg, an deren Ende ein weiteres grenzgeschichtliches Highlight wartete: der wieder aufgebaute Grenzturm im Lappwald bei Walbeck. Nach einem kurzen Halt am Walbecker Schwimmbad lockte die Mittagspause.
An der Stiftsruine hatte das Team von Michael Mechow bereits die riesigen Suppentöpfe aufgebaut, aus denen es verheißungsvoll dampfte und duftete: Kartoffelsuppe! Ein Klassiker aus Omas Küche! Damit erntete die Köchin großes Lob. Satt und glücklich schwang man sich zur Weiterfahrt in den Sattel. Gut, dass es erst einmal bergab ging und dann geschmeidig weiterrollte nach Weferlingen. Nächster Stopp: Wasserburg Weferlingen.
Vorbei an Feldern, Wiesen und Obstbäumen führte die Route nach Seggerde, wo Schlossherrin Zazie von Davier die Gruppe empfing. Durch die prächtige Schlossküche und vorbei an einem beeindruckenden Kohleherd führte sie uns in den rückwärtigen Garten am Schlossteich. Hier war etwas Entspannung angesagt. Michael Mechow schenkte Kaffee aus und verteilte Nervennahrung - eine willkommene Stärkung, bevor es auf die Rückfahrt ging.
In Grasleben hatte Gästeführerin Susanne Otto noch eine spektakuläre Fluchtgeschichte parat, die sich ganz in der Nähe zugetragen hat. Am Ende war noch Zeit für einen Besuch im ehemaligen Zisterzienserkloster Mariental.
Im stillen Innenhof noch ein paar Sonnenstrahlen genießen, ein Besuch im Lapidarium und schließlich noch kurz in die beeindruckende romanische Klosterkirche - mit diesem letzten Stopp näherten wir uns wieder durch den Lappwald Helmstedt. Pünktlich um 18 Uhr endete eine Radtour, die schöner nicht hätte sein können.
Tourguide Michael lobte alle Teilnehmer für bedachte und rücksichtsvolle Fahrweise. Für den Verein Grenzenlos danken wir an dieser Stelle noch einmal Michael Mechow und Erwin Besenfelder für die tolle Vorbereitung und Routenauswahl, für die Begleitung und Führung der Tour sowie dem ganzen Team für die köstliche Verpflegung und den technischen Support, der immer zur Stelle war, wenn benötigt. Und wir danken allen, die dabei waren! Ohne Sie wäre alles nichts!
Last not least danken wir dem Regionalverband Großraum Braunschweig für die Unterstützung der Tour aus dem Förderprogramm “Rauf aufs Rad”. Der Regionalverband hat die Rundfahrt Grenzenlos mit dem Fahrrad in diesem Jahr bereits zum vierten Mal in Folge unterstützt.
Wir hoffen, in 2026 wieder mit dem Fahrrad auf Rundfahrt Grenzenlos gehen zu können.
Von 11. bis 16. Mai 2025 fand die dritte Projektwoche des Vereins Grenzenlos in Helmstedt statt. Die Jugendlichen gewannen im DDR Museum Berlin Einblicke in das Leben in der DDR - vom Kindergarten mit authentischer Aussicht bis zur Untersuchungshaftzelle, vom garantierten Sieg bei sportlichen Wettkämpfen bis zum Fahrgefühl im kultigen Trabant. In Hötensleben und in der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn näherten sie sich dem Thema Zwangsaussiedlung aus Sicht der Opfer. Im Bundesarchiv - Stasi-Unterlagen-Archiv Magdeburg lernten sie die Arbeits- und Sichtweise der Täter kennen. Die Sicht des Westens auf Grenzschließung und Zwangsaussiedlungen war schließlich im Zonengrenzmuseum Thema von Quellenarbeit mit Original-Dokumenten - Tageszeitungen aus dem Archiv.
Die Erkenntnisse flossen in eine szenische Lesung ein, die am 26. Mai in Hötensleben vorgestellt wurde.
Die Projektwoche wurde mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert.