Lesung am Grünen Band

Beatrix Flatt liest am Forsthaus Mesekenheide aus „Grenzenlos – Begegnungen am Grünen Band“

Beatrix Flatt während ihrer Wanderung am Grünen Band. Foto: privat

Zu einem sommerabendlichen Spaziergang durch den Lappwald mit Autorenlesung lädt der Verein Grenzenlos – Wege zum Nachbarn e. V. ein. Am Forsthaus Mesekenheide liest die Helmstedterin Beatrix Flatt aus ihrem Buch „Grenzenlos – Begegnungen am Grünen Band“. Die Veranstaltung findet am Freitag, 17. Juni 2022 statt. Treffpunkt ist um 18 Uhr auf dem Parkplatz am Clarabadteich in Bad Helmstedt. Auf dem Weg zum Forsthaus Mesekenheide erfahren die Teilnehmenden Interessantes zu diesem Teil des Brunnentals und zur Grenzlage beziehungsweise zur Grenzgeschichte. 

Das Grüne Band führt entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze vom Dreiländereck Sachsen-Bayern-Tschechien bis zum Ostseestrand und damit auch durch den Lappwald. Der Dreiklang aus Naturschutz, Grenzgeschichte und Kultur macht das Grüne Band als Mahnmal und Friedensprojekt einzigartig. Der längste Biotopverbund Deutschlands ist gleichzeitig eine Landschaft der Erinnerung. Geschleifte Dörfer, zwangsumgesiedelte Familien, Flucht und Bürger, die sich in ihrer Heimat nicht frei bewegen durften – der Alltag im Sperrgebiet der DDR ist hier nicht vergessen.

2019 wanderte Beatrix Flatt 63 Tage entlang des ehemaligen Todesstreifens. In dieser Zeit legte die Journalistin 1400 Kilometer zurück. Auf dem Weg sprach sie mit Menschen, die schon seit Jahrzehnten am Grünen Band leben oder sich das ehemalige Grenzgebiet bewusst als neue Heimat ausgesucht haben.

Nach ihren Lieblingsgeschichten gefragt sagt Beatrix Flatt: „Mir ist jede Geschichte in ihrer Einzigartigkeit ans Herz gewachsen. Deshalb fällt die Antwort auch immer etwas anders aus. Berührt hat mich beispielsweise das Interview mit einer Künstlerin in ihrem Backsteinhaus direkt hinter dem Elbdeich in traumhaft schöner Umgebung. Allerdings konnte sie jahrzehntelang die Elbe aufgrund des Grenzausbaus nicht sehen. Ihre Bilder, die sie malte, wurden immer schwärzer. Nach der Wende fand sie langsam ihre Farben wieder.“

Beatrix Flatt lebt seit mehr als 25 Jahren in Helmstedt. Als Fränkin gehörte die Grenzsituation nicht zu ihrem Alltag. Umso spannender fand sie die Erkundungstouren, die sie in den 1990er-Jahren in die neuen Bundesländer unternahm. Auf dem regelmäßig genutzten Kolonnenweg überkam Beatrix Flatt oft der Wunsch, den Weg einfach weiterzugehen. Geht er tatsächlich bis zur tschechischen Grenze und bis zur Ostsee? Wer lebt hier am ehemaligen Todesstreifen? Wie gestalten die Menschen, die hier abseits der Metropolen wohnen, ihr Leben? Auf den fußläufig bewältigten 1400 Kilometern fand die Autorin Antworten auf diese und weitere Fragen. Die gesammelten Geschichten erzählen vom Leben im ehemaligen Sperrbezirk der DDR und im Zonenrandgebiet der BRD.

Kaum ein Tag im Jahr wäre besser geeignet als der 17. Juni, um der Vergangenheit nachzuspüren. An diesem Tag des Jahres 1953 kam es in der noch jungen DDR zu einer Welle von Streiks, Demonstrationen und Protesten. Zu den Ursachen des ersten antistalinistischen Aufstands zählten unter anderem der beschleunigte Aufbau des Sozialismus im Land. Die Sowjetarmee schlug die Proteste gewaltsam nieder. Bis zur Wiedervereinigung im Jahr 1990 war der 17. Juni als „Tag der deutschen Einheit“ in der Bundesrepublik Nationalfeiertag.

Um Anmeldung zum Spaziergang mit Lesung am Forsthaus Mesekenheide wird gebeten unter info@grenzdenkmaeler.de oder Telefon 05351 / 17-7777. Die Teilnahme ist kostenfrei.

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